alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Opel Blitz Bier Opel , Bj. 1959

Typ: Opel Blitz Bohrung x Hub: 80 x 82 mm
Spitze: 95 km/h Hubraum: 2.473 cm³
Hersteller: Opel Leistung: 62 PS
Baujahr: 1959     bei: 3.700 U/min.
Eigengewicht: 1.750 kg Länge: 5.670 mm
Gesamtgewicht: 3.800 kg Breite: 1.940 mm
Zyl.-Zahl: 6 Höhe: 1.040 mm

 

Opel Blitz – Kohlen, Kartoffeln und Bier

Als Opel im Jahre 1952 seinen neuen Leichtlastwagen „Blitz“ für 1,75 Tonnen Nutzlast präsentierte, dürfte die modische Gestaltung seiner Motorhaube bei zahlreichen Betrachtern ein Déjà-vu-Erlebnis ausgelöst haben. Tatsächlich hatte der 1950 vorgestellte Hanomag Typ L 28 ein verblüffend ähnliches Haubendesign. Und auch Borgward präsentierte 1954 mit dem Typ L 1500 einen Lastwagen mit dieser Frontpartie.
Amerika war zu dieser Zeit nicht nur beim Thema Automobildesign das große Vorbild. Der dort aktuelle „Traumwagenstil“ mit Haifisch-Kühlergrill und üppigem Chromschmuck beeinflusste auch hierzulande die Automobilhersteller. PKW’s wie der Opel Rekord 1953 oder der Ford „Weltkugel“-Taunus sprechen diese Designsprache. In Amerika waren und sind „Light-Trucks“ und „Pick-Ups“ sehr beliebt, so dass die dortigen Hersteller diese Nutzfahrzeuge schon frühzeitig mit attraktiver Gestaltung versahen, um die größtmögliche Käufergunst zu erhaschen. So sehen Opel Blitz & Co aus wie Kopien aus der fernen Welt.
Beim Vergleich mit dem 1952er Chevy Pick-up kann man deutlich sehen, dass auch Opel zum General Motors Konzern gehört.
Doch die „Verpackung“ eines Nutzfahrzeuges blieb zweitrangig. Das Geheimnis des großen Erfolges des Opel Blitz lag in der Vorkriegszeit. 1931 brachte Opel seinen ersten Leichtlastwagen mit dem Blitz als Typenbezeichnung auf den Markt. Der gute Ruf, den sich  Opel hiermit aufgrund dessen technisch solider Konstruktion erarbeitete, machte ihn populär und erfolgreich. An diese Tugenden knüpfte Opel nach dem Krieg an, als die ersten Blitze aus Rüsselsheim im Nachkriegsdeutschland einschlugen. Rüsselsheim war nun auch die Produktionsstätte für den Blitz geworden, nachdem das Opel-Nutzfahrzeugwerk in Brandenburg den Folgen des zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel. Wurde bislang noch das Vorkriegsmodell weitergebaut, war der 1952 vorgestellte neue Blitz ein modernes Fahrzeug, so wie es das Design versprach. Stolz konnte der Blitz-Besitzer seinen Benzinmotor starten und mit dem Sound aus sechs Zylindern seine Fuhrgeschäfte verrichten. 58 PS, ab 1955 sogar deren 62, aus 2,5 Litern Hubraum sorgten für eine schnelle Verrichtung der Transportaufgaben. Benzinmotoren waren als Antrieb für ein Nutzfahrzeug in dieser Nutzlastklasse noch Standard, der Dieselmotor war die Ausnahme. Ebenfalls eine Ausnahme auf dem Markt der Lastwagen war es, dass Opel den Blitz auf Wunsch bereits ab Werk mit einer Treibgas-Anlage ausrüstete. So konnte kostbares Benzin gespart werden. Der Motor, der auch im Opel Kapitän für Prestige auf der Straße sorgte, sog im Blitz immerhin 14 Liter pro 100 Kilometer aus dem Tank.
Bis 1960 wurde der Blitz in dieser Form gebaut, dann präsentierte Opel ein Nachfolgemodell. Der als „Weichblitz“- wohl aufgrund seiner weichen Rundungen – in die Annalen der Nutzfahrzeuggeschichte eingegangene Lastwagen, war nicht nur ein beliebtes Transportmittel für den freundlichen Bier-Händler um die Ecke. Von Mittenwald bis Westerland gehörte der Blitz zu den alltäglichen Erscheinungen.
Er erwies sich auch als besonders zählebiger Vertreter seiner Art. Noch in den 1980er Jahren konnte der aufmerksame Verkehrsteilnehmer letzte Exemplare auf den Straßen Deutschlands entdecken. Sogar auf der schönen Insel im Norden.

 

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