alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Krupp Tiger Leiterfeuerwehr, Bj. 1956
mit 52 m Metzleiter

Typ: DL 12/22 Krupp Tiger Leistung: 200 PS
Hersteller: Krupp-Südwerke Umdrehungen: U/min
Fahrgestell-Nr.: 182695 L 8 Tg 5 Hubraum: 7.270 cm³
Aufbau: mit Metz Drehleiter 52m Gesamtgewicht: 16 t.
größte je gebaute Länge: 11.050 mm
Drehleiter der Welt Breite: 2.500 mm
Motor-Nr.: 25286 Höhe: 3.690 mm
Zyl.-Zahl: 5

 

Der Krupp Tiger L 8 Tg 5 – Eine Rarität in Feuerwehrdiensten

Krupp Lastwagen gehörten antriebstechnisch zu den Außenseitern im deutschen Schwerlastwagenbau. Bei keinem anderen Hersteller dieser Nutzlastklasse fanden Zweitaktdieselmotoren Verwendung. Einen ganzen Motorenbaukasten stellten die Krupp-Techniker auf die Beine, beginnend mit dem aus zwei Dreizylinder-Motorblöcken bestehendem Aggregat für den 1950 erschienenen Titan mit zuletzt 210 PS. Später erschienen auch Zwei-, Drei- und Vierzylinder-Motoren, alle mit identischen Zylindermaßen. Die Krönung war ein aus einem Drei- und einem Vierzylinderblock zusammengesetzter Siebenzylinder-Motor für den Einbau in einen schweren Muldenkipper. 1955 entwickelten die nach einer Verlagerung in Kulmbach nun wieder in Essen tätigen Konstrukteure einen neuen Fünfzylinder-Motor für den Antrieb des als Ersatz für den Titan gedachten Krupp Tiger L 8 Tg 5. Bei ebenfalls identischem „Innenleben“ bestand der Motor nun aus einem Block. 185 PS leistete die neue Maschine und befeuerte einen LKW für 8,4 Tonnen Nutzlast bei 16 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Dank des Zweitakt-Prinzips waren für diese Leistung nur 7,3 Liter Hubraum erforderlich. Von bekannten Zweitakt-Ottomotoren wie etwa beim seinerzeit sehr beliebten DKW unterschied sich der Motor doch sehr. Während beim DKW der Gasaustausch in den Zylindern durch den Auslaßsog geschah und das Gasgemisch bzw. Abgas durch vom Kolben gesteuerte seitliche Schlitze in und aus dem Verbrennungsraum gelangte, besaß der Krupp-Diesel ein Gebläse, welches das frische Gemisch durch Schlitze in den Verbrennungsraum spülte. Das Abgas gelangte durch Ventile in den Auspuff. Nockenwelle und fehlende blaue Abgaswolke unterscheiden den Krupp vom DKW.
Feuerwehr-Drehleitern nahmen in den 50er Jahren an Höhe zu. Während hierzulande Längen von 25 Metern als Standard galten, bestellten einige wenige Wehren Superleitern mit über 30 Meter Länge. Die DL 52 mit 52 Metern Auszuglänge gehörte zu den absoluten Riesen im Feuerwehrwesen. Für solche Dimensionen waren schwere Fahrgestelle notwendig, die eine große Standsicherheit ermöglichten. Der Tiger als schwerster LKW des Krupp LKW-Programms war hierfür eine gute Basis. Im Feuerwehrbereich hatte Krupp aber einen schweren Stand. Die traditionell eingestellten Feuerwehrtechniker vertrauten der Kruppschen Zweitaktphilosophie nicht und zogen Viertaktdiesel vor. Den Markt bei großen Feuerwehrfahrzeugen dominierten Magirus-Deutz oder Mercedes-Benz Produkte. In Essen, dem Sitz des Krupp-Konzerns, kaufte man jedoch nicht nur in den Krupp-Konsum-Geschäften seine Lebensmittel und Brennstoffe, man ließ auch standesgemäß die brennende Wohnung vom Krupp löschen! Die Essener Berufsfeuerwehr war die einzige westdeutsche Feuerwehr mit Krupp Lösch- und Drehleiterfahrzeugen.
Stopp! Ein weiteres LKW-Fahrgestell für den Aufbau als Feuerwehrfahrzeug wurde von Krupp ausgeliefert. Metz baute 1957 für den Export in die DDR diese Superleiter!

Fenster schliessen