alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

DB O 6.600 "Gogröf", Bj. 1955

Typ: O 6.600   Höchstgeschwindigkeit: 82 km/h
Hersteller: DB AG Gaggenau Leer-Gewicht: 7.500 kg
Fahrgestell-Nr.: 304 210-550 0001 Länge: 10.000 mm
Baujahr: 1955 Breite: 2.500 mm
Antriebsmaschine: OM 315 Höhe: 3.360 mm
Motorart: Diesel Erster und einziger Gebr. Gogröf,
Leistung: 145 PS Besitzer: Bruchsal
Umdrehungen bei: 2.100 U/min
Hubraum: 8.276 cm³

 

Der Mercedes-Benz L 6600 – Schwerlastverkehr in den frühen 50ern

Der L 6600 war der erste große LKW nach dem 2. Weltkrieg aus dem Hause Daimler-Benz, zugleich war er die erste LKW-Neukonstruktion des Hauses.
Im Schwerlastverkehr, d.h. mit Nutzlasten von 6 bis 8 Tonnen, dominierten in den ersten Nachkriegsjahren noch aus dem Krieg herüber gerettete Vorkriegstypen. Diese mit viel Improvisationsgeschick instand gehaltenen und wegen des eklatanten Fahrzeugmangels häufig überladen gefahrenen Veteranen waren nun aufgebraucht und mußten ersetzt werden. Nachdem andere LKW-Hersteller in dieser Klasse bereits wieder auf dem Markt vertreten waren – sei es mit Neuauflagen bewährter Vorkriegs- oder Kriegstypen, sei es mit Nachkriegskonstruktionen – stellte Mercedes-Benz 1950 mit dem L 6600 dem Markt wieder einen Fernlastwagen zur Verfügung. Bei 8,3 Litern Hubraum versprach der 6-Zylinder Vorkammerdiesel 145 PS, bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 12,5 Tonnen konnte er 6,6 Tonnen Nutzlast transportieren. Aus der Nutzlast leitete sich auch seine Typenbezeichnung L 6600 ab, ab 1954 wurde er nach dem eingebauten Dieselmotor vom Typ OM 315 als L 315 bezeichnet. 1958 verließ der letzte LKW dieses Typs die Fertigungsbänder, nachdem die Gesetzgebung über die Gesamtzuglängen für die wenig platzökonomischen Haubenkonstruktionen kaum mehr Chancen zuließ. Er avancierte rasch zu einem der gefragtesten Typen, der Name Mercedes-Benz hatte auch im Fernverkehr seit Jahren einen guten Ruf. Für den Wiederaufbau gab es den L 6600 oder auch 6.6er genannten Haubenwagen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Chassis-Ausführungen. Als Kipper war er auf Baustellen zu finden, als Sattelzugmaschine versorgte er in Kombination mit Tankaufliegern die noch junge Republik und als Möbelwagen half er die ausgebombten Bürger wieder mit neuen Möbeln auszustatten. Für den Verwendungszweck als Möbelwagen wurde das LKW-Chassis abgewandelt. Ein niedriger Ladeboden gestattete einerseits ein bequemeres Beladen, andererseits wurde das Ladevolumen beträchtlich in der Höhe erweitert. Auf hohe Nutzlastressourcen kam es bei dieser eher leichten Ladung nicht unbedingt an. Um diesen Ladebodenhöhe zu erreichen bediente man sich auch bei anderen Herstellern der Niederrahmen-Bauweise, eigentlich für den Aufbau mit Omnibuskarosserien entwickelt. Der Rahmen war etwa 50 cm niedriger gehalten als bei normalen LKW, über der Hinterachse war er nach oben gekröpft. Ein O in der Typenbezeichnung verriet diese Omnibuschassis und so hieß der L 6600 als Bus- oder Möbelwagenchassis O 6600. Die Wuppertaler Firma Ackermann gehört zu den Pionieren im Bereich Möbelwagenaufbauten, schließlich war hier ein anderes Know-How erforderlich als bei normalen Pritschen. Verbundplatten ließen das Gewicht des Aufbaus nicht allzu sehr in die Höhe schnellen und konnten großflächiger verbaut werden.
Der hier gezeigte Mercedes-Benz O 6600 mit Ackermann-Aufbau vom Baujahr 1955 und sein passender Möbelanhänger stellen einen typischen Möbelfernlastzug aus den 1950er Jahren dar.

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