alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Mercedes Typ L 5000, Bj. 1951

Fahrzeugmarke: Daimler-Benz   Bohrung x Hub: 140 x 105 mm
Typ: L 5.000 Hubraum: 7.274 cm³
Spitze: 70 km/h Leistung: 120 PS bei 2.100 U/min
Hersteller: Daimler-Benz Länge: 7.650 mm
Baujahr: 1951 Breite: 2.400 mm
Eigengewicht: 5.450 kg Höhe: 2.720 mm
Gesamtgewicht: 10.450 kg
Zyl.-Zahl: 6
Zyl.-Anordnung: Reihe

 

Mercedes-Benz L 5000 – Wiederaufbauhelfer im holländischen Chic

Nach Ende des zweiten Weltkrieges nahmen nahezu alle bedeutenden Hersteller von Lastkraftwagen im Bereich der späteren Bundesrepublik noch im Jahr 1945 ihre Fertigung wieder auf. Entsprechend der Versorgungslage mit Rohstoffen und dem Fortgang der Rekonstruktion der Fertigungsanlagen allerdings in bescheidenen Verhältnissen. Die ersten Lastwagen, die die Fabriken verließen waren allesamt bewährte Konstruktionen, die während des Krieges in hohen Auflagen gebaut wurden. Bei Daimler-Benz war es mit dem Typ „L 4500“ ebenso. In den letzten Kriegsmonaten wurde die Bauweise des Fahrzeugs verändert, in dem möglichst viel „überflüssiges“ Material – hier Stahl - eingespart wurde. Als „überflüssig“ wurden unter anderem Kotflügel und Fahrerhaus angesehen. Bei den Kotflügeln behalf man sich mit einfachen Blechstreifen, die die Schmutz abweisende Funktion nur teilweise erfüllten. Das bisherige Fahrerhaus in Ganzstahlbauweise bot auch eine große Materialersparnis: Zum Einbau kam nun eine primitive Behausung aus geraden Pressholzplatten. Mit dieser „Kriegsoptik“ trat der „L 4500“ im Jahr 1945 auf den Markt der Nutzfahrzeuge, der natürlich kein solcher war sondern eine Verwaltung des Mangels. Die Verbesserung der Versorgung ermöglichte Stück für Stück eine Annäherung an „friedensmäßige“ Verhältnisse, der „L 4500“ bekam wieder seine alte Fahrerkabine und andere Blechteile spendiert. Da der „L 4500“ nur auf dem Papier ein Lastwagen für 4,5 Tonnen Nutzlast war, seine Konstruktion aber höhere Lasten ermöglichte, erfolgte im Jahr 1949 eine Anpassung der Typenbezeichnung: „L 5000“ stand fortan in den Prospekten und Papieren.
Zwei Jahre nach Kriegsende begann die Nutzfahrzeugindustrie wieder damit, ihre Lastwagen zu Exportieren, so auch in die Niederlande. Wie in nahezu jedem Europäischen Land, in dem der Krieg tobte, bestand auch hier ein enormer Mangel an Transportkapazität. Der niederländische Güterkraftverkehr startete mit großen Mengen ehemaliger Militärlastwagen, die von den Alliierten bereitgestellt wurden. Diese Fahrzeuge entsprachen oft nicht den Anforderungen, die nun an sie gestellt wurden. Weitgehende Umbauten betrafen nicht nur den Vergasermotor, der in der Regel gegen ein Diesel-Aggregat getauscht wurde, auch die Fahrerhäuser wurden neu gestaltet. Unzählige kleine Handwerksbetriebe verwandelten die Lastwagen. Exzentrischen Linienführungen und bunter zweifarbige Lackierungen waren eine Spezialität der Karosseriebaufirmen. Einen ganz wesentlichen Beitrag in der optischen Wahrnehmung eines niederländischen Lastwagens trugen die Bordwände der Pritsche bei. Das Material wurde Stolz zur Schau gestellt: Klar lackiertes Holz! Auch in Deutschland waren die Pritschenwände jener Zeit aus Holz gefertigt, jedoch die Holzoptik wurde jedoch zugunsten eines einheitlichen Gesamtbildes in den Farben des Fahrerhauses übergestrichen. Entsprechend ungewohnt erscheinen uns restaurierte Lastwagen niederländischer Herkunft. Der Mercedes-Benz L 5000 vom Baujahr 1951 aus dieser Sammlung ist ein Beispiel für einen typischen niederländischen Lastwagen.

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