alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Hanomag ST 55

Typ: ST 55 Art: Zugmaschine
Hersteller: Hanomag Gesamtgewicht: 5.600 kg
Fabrik-Nr.: 403632 Maße über alles:
Baujahr: 1948 Länge: 4.450 mm
Antriebsmaschine: 55 PS Breite: 2.200 mm
Umdrehungen: 1.500 U/Min. Höhe: 2.350 mm
Hubraum: 5.195 cm³ Höchstgeschwindigkeit: 33 km/Std.
Zyl.-Zahl: 4

 

Hanomag ST 55 – Zugmaschine für Kohle & Co

In den 1930er Jahren hatte die Straßenzugmaschine als Nutzfahrzeuggattung ihre Blütezeit.
Bereits 10 Jahre zuvor erschienen Schlepper für die Landwirtschaft in größerem Maße auch in Deutschland. Sie leiteten hier eine neue Phase der Mechanisierung der Landwirtschaft ein. Tierische Kraft und die Antriebsenergie der erst in den zuvor vergangenen 40 Jahren entwickelten Dampftechnologie auf dem Lande wurden immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt waren die in den USA zu hunderttausenden gebauten „Fordson“ Schlepper, die auch hierzulande Interesse weckten.
Doch ein Ackerschlepper war auch zu was Anderem zu gebrauchen: Wenn schon für das Ziehen eines Pfluges viel Zugkraft von Nöten ist, so kann man diese Kraft auch für die Beförderung von Lasten auf der Straße nutzen. Die noch junge deutsche Schlepperindustrie erkannte diese Einsatzmöglichkeit für ihre Produkte sofort und bot die Ackermaschinen in abgewandelter Form auch für den Straßeneinsatz an. Die auffälligsten Unterschiede waren die Straßen schonende Elastikbereifung anstelle der auf dem Acker mehr Grip bietenden Eisenbereifung und das Vorhandensein von Scheinwerfern. Schließlich wurde vereinzelt auch schon an den Fahrer gedacht und zum Schutze vor den Unbilden des Wetters wurde über dem Fahrerplatz ein Dach montiert.
Die Straßenzugmaschinen hatten gegenüber dem sich zeitgleich in größeren Mengen ausbreitendem Lastkraftwagen einen enormen Kostenvorteil. Beim Lastkraftwagen sind Antriebsmaschine und Laderaum untrennbar miteinander verbunden. Während der Be- und Entladungszeiten steht der teure Motor still.
Anders der Straßenschlepper, er konnte im Nahverkehr seine Vorteile voll ausspielen: Rund um die Uhr konnte sein Motor laufen, permanent konnten beladene Anhänger zugestellt und entladene Anhänger wieder abgeholt werden. Keine Zwangspausen durch Ladearbeiten wirkten sich negativ auf die Betriebskosten aus und Anhänger gab es im Vergleich zu Motorwagen zum Spottpreis.
Doch nicht allzu lange blieben Acker- und Straßenschlepper weitgehend baugleich. Die Unterbringung von weiterem Fahrpersonal bedingte größere und geschlossene Kabinen, die zugleich vor Dreck und Witterung schützen sollten,  Die charakteristischen, großen Hinterräder eines Ackerschleppers waren im Straßenalltag unbrauchbar,  sie wichen normalen Größen. Ein Straßenschlepper sah bald aus wie ein verkürzter LKW ohne Ladefläche.
In diesem Marktsegment tummelten sich Hersteller wie Faun, Kaelble oder auch Lanz mit seinem Eilbulldog. 1933 stellte Hanomag mit der SS 55 seine erste reine Straßenzugmaschine vor. Aus 5,2 Litern Hubraum schöpfte der 4-Zylinder-Vorkammerdieselmotor 55 PS. Gebaut bis in das Kriegsjahr 1941, erlebte diese Konstruktion ab 1948 eine kleine Nachauflage, geändert hat sich lediglich die Typenbezeichnung. Das von Hanomag für die Straßenschlepper verwendete „SS“ war nun nicht mehr opportun und wurde durch „ST“ ersetzt.

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