alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Hanomag Anhänger

Typ: A 8   Maße über alles:  
Nutzlast: 8.000 kg Länge: 6.390 mm
Baujahr: 1948 Breite: 2.300 mm
    Höhe: 3.400 mm

 

Hanomag Anhänger – Eine Episode

Es ist wenig bekannt, dass bei der Hanomag nicht nur Lokomotiven, Lastkraftwagen und Schlepper sondern auch profane Anhänger gebaut wurden. Wie bei vielen anderen Unternehmen auch war dies eine Folge des zweiten Weltkrieges.
Alliierte Restriktionen beim Bau von Motorfahrzeugen sowie der eklatante Versorgungsengpass bei Bedarfsgütern aller Art veranlassten die Unternehmen, nach neuen Standbeinen zu suchen. Nun wurden Kämme bei Spielwarenherstellern produziert und Schlittschuhe bei Automobilherstellern.
Der Bedarf an Transportkapazität und das Verbot, die bisher gebauten Straßenschlepper wieder zu produzieren, führte bei Hanomag zur Anhängerfertigung. In einer Halle, in der zu Zeiten der Dampfmaschinenfertigung  der Zylinderbau und die Dreherei untergebracht waren, entstanden aus geretteten Holz- und Metallvorräten zu Beginn des Jahres 1947 die ersten Anhänger. Es war ein Typ für 8 Tonnen Nutzlast. Fast alle Komponenten inklusive der Achsen wurden im eigenen Hause hergestellt, lediglich die Bremsanlage wurde von der Zulieferindustrie hinzugekauft beziehungsweise hinzugetauscht. Bereits im Juni 1947 konnte der 1.000te Anhänger ausgeliefert werden. Dem Typ „A 8“ genannten Pritschenanhänger mit Zwillingsbereifung auf beiden Achsen wurde bald eine „K 8“ genannte Kipperausführung zur Seite gestellt. Ein Langholzanhänger mit der Bezeichnung „AL 8“ komplettierte die Palette in der 8-Tonnen Klasse. Im Jahr 1948 wurde das Programm abermals ergänzt. Diesmal erschien ein kleiner, „A 5“ genannter Pritschenanhänger der 5-Tonnen Klasse.
Nachdem Hanomag bald nach Aufnahme des Anhängerbaus im Jahre 1947 von der britischen Besatzungsmacht auch wieder die Erlaubnis zum Bau der bisherigen Zugmaschinentypen erhielt, erlosch das Interesse der Unternehmensführung am Fortbestand dieses Unternehmenszweiges. Nach 2.683 Anhängern aller Typen wurde die Anhängerabteilung im Jahr 1950 geschlossen und die Lizenzen zum Weiterbau an Karosseriebaufirmen vergeben.
Als Reparationsleistung erhielten die in Deutschland stationierten Truppen der französischen Armee seinerzeit übrigens folgendes „Komplettangebot“: Zugmaschine und Anhänger aus einem Hause! Zahlreiche „ST 100“-Zugmaschinen zogen den „A 8“-Anhänger, ein stilreiner Hängerzug!

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