alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Hanomag ST 100

Fabrik-Nr.: 435 288   Zugkraft: 24.000 kg
Zyl.-Zahl: 6 Maße über alles:
Hubraum: 8553 Länge: 5.545 mm
Leistung: 100 PS Breite: 2.460 mm
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h Höhe: 2.750 mm
Eigengewicht: 6.825 kg Listenpreis: 20.814 RM
Gesamtgewicht: 8.750 kg Baujahr: 1947

 

Hanomag ST 100 – Die große Zugmaschine

Auch im Fernverkehr der 1930er Jahre gehörten Zugmaschinen mit zwei schweren Anhängern zum Alltag. Für diesen Einsatzzweck stellte die im Zugmaschinenbau bereits sehr erfahrene Firma Hanomag ihren „SS 100“ genannten Boliden vor. Die Typenbezeichnung verrät die mit 100 PS angegebene Leistung des 8,5 Liter großen Sechszylinder-Dieselmotors. Aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit fand auch bald die Wehrmacht gefallen an ihnen und adaptierte sie für ihre Zwecke.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges konnte die Hanomag mit diesem Modell der sehnsüchtig neues Material erwartenden Kundschaft ihre ersten Straßenzugmaschinen aus Friedensfertigung anbieten. Bereits im Jahre 1946 konnte die Produktion wieder aufgenommen werden und bis zum Ende der Fertigung im Jahre 1952 verließen 1.112 nun „ST 100“ genannte Zugmaschinen die Werkshallen in Hannover. Die Nachkriegs-Fahrzeuge besaßen wie die für die Wehrmacht gebauten Fahrzeuge eine verlängerte Kabine. Wie in einer viertürigen Limousine konnte hier durch separate Türen die Rücksitzbank erklommen werden.
Viele der nun hergestellten Schlepper waren wieder für das Militär bestimmt, doch diesmal für einen friedensmäßigen Einsatz. Als Reparationsleistung wurden sie an die in Deutschland stationierten Truppen der französischen Armee geliefert.
Mit der Währungsreform 1948, als schlagartig die Regale in den Geschäften voll wurden und die Fahrzeugindustrie wieder ein weit gefächertes Programm anbot, begann der Stern der großen Hanomag-Zugmaschine zu sinken. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von lediglich 48 km/h war sie auch den bestimmt nicht zu sehr verwöhnten Fuhrleuten im Fernverkehr zu langsam. Die langen Strecken über die Landstraßen und noch wenigen Autobahnen wurden zur Domäne „normaler“ Lastzüge.
In der Nische lag fortan das Aufgabenspektrum der „ST 100“. Zirkusleute und Schausteller freuten sich an ihrer Wendigkeit beim Rangieren und in der Forstwirtschaft gab es viel Langholz zu transportieren.
Einige von ihnen taten so bis in die 1970er Jahre ihren Dienst und konnten von Lastwagen-Liebhabern der ersten Stunde für die Nachwelt gerettet werden. Mit dem Baujahr 1947 gehört diese Hanomag ST 100 zu den ersten Exemplaren nach dem Kriege.

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