alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Ford V8 Baumuster V.3.000 S

Typ: V8   Hubraum: 3.924 cm³
Baumuster: V 3.000 S Zylinder: 8
Hersteller: Ford Werke AG Eigengewicht: 2.705 kg
Baujahr: 1946 Gesamtgewicht: 5.850 kg
Art: Offener Kasten Nutzlast: 3.145 kg
Austauschmotor: 187736 Maße über alles
23.01.1949 Länge: 6.390 mm
Fahrgestell-Nr.: 433391 Breite: 2.250 mm
Antriebsmaschine: 95 PS Höhe: 2.175 mm
bei: 3.500 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h

 

Ford V 3000 S – Der V8 unter den Lastwagen

Der amerikanische Automobilhersteller Ford gründete 1925 eine Niederlassung in Deutschland, die Ford Motor Company Aktiengesellschaft in Berlin. Mit dem Bau eines neuen Werkes in Köln im Jahr 1931 siedelte auch der Firmensitz an den Rhein über. In diesem neuen Werk, dessen Grundstein Henry Ford persönlich legte, wurde neben der Pkw-Fertigung auch eine Produktionslinie für Lastwagen eingerichtet. Neben amerikanischen Produktionsweisen flossen auch viele für Europa ungewönliche konstruktive Elemente in die Kraftfahrzeugherstellung ein. Markantestes Beispiel hierfür war der V8-Benzinmotor. Zwar gab es auch deutsche Automobil-Produzenten, die V8-Motoren in ihre Fahrzeugtypen einbauten, hierbei handelte es sich aber überwiegend um Modelle der Luxusklasse. Hohe Stückzahlen verbunden mit einer rationellen Fertigung machten diese "Luxus-Motoren" bei Ford so preisgünstig, dass sie auch in Mittelklasse-Personenwagen und Lastwagen zu vertretbaren Kosten eingebaut werden konnten. Benzinmotoren in Lastwagen waren in den 1930er Jahren nicht ungewöhnlich, schließlich war der für Kraftfahrzeuge brauchbar gemachte Dieselmotor noch sehr jung.

In den Kriegsjahren sah das von Generalmajor von Schell aus Gründen einer rationellen Kriegsproduktion entwickelte Typenprogramm - eine Reduzierung von bislang 133 Lastwagentypen auf lediglich 21 Typen - bei Ford die Herstellung eines Lastwagens in der 3-Tonnen Nutzlastklasse vor, dem "V 3000 S". Zur Erhöhung der Geländetauglichkeit entstanden in den letzten Kriegsjahren auf der Grundlage des "V 3000 S" auch "Maultier" genannte Halbkettenfahrzeuge, bei denen anstelle der Hinterachse ein Kettenlaufwerk eingebaut wurde. Doch auch diese Militarisierung konnte nichts an der Tatsache ändern, dass dieser Lastwagentyp nicht für Kriegseinsätze sondern nur für zivile Einsatzzwecke geschaffen war. Bei den Militärs waren die Ford-Lastwagen nicht geschätzt.
Die Kölner Produktionsanlagen wurden im zweiten Weltkrieg nicht durch Bomben zerstört, erst Artilleriebeschuss der nahenden Westfront zwang zum Produktionsstopp im März 1945. Doch bereits zwei Monate später liefen die Bänder in Köln wieder an, am Tag der Kapitulation der Wehrmacht rollten die ersten Nachkriegs-Ford in eine verheißungsvolle Zukunft. Ausgestattet waren die Fahrzeuge zunächst noch mit dem im Krieg zur Einsparung von Stahl eingeführten Fahrerhäusern aus Presspappe. Einfacher ging es kaum, allerdings spielten Komfortansprüche auch keine Rolle - Hauptsache war, es bewegte sich was. Der V8-Motor mit 3,9 Litern Hubraum und 95 PS beschleunigte den Ford "V 3000 S" auf 85 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bereits 1946 ermöglichte eine Besserung der Rohstofflage die Lastwagen wieder mit einem Fahrerhaus aus Stahl zu versehen. In jenem Jahr konnte Ford 4.649 Lastwagen herstellen und aus jenem Jahr stammt auch der hier zu sehende Ford-Lastwagen, der am 1. Juni 1946 auf den Kartoffelhändler Hermann Schmidt aus Walsum im Kreis Dinslaken zugelassen wurde.
Neben dem 3-Tonner "V 3000 S" gab es eine Variante mit 4-Zylinder Motor, "B 3000 S" genannt. Mit Modifikationen wurden die beiden Typen 1948 umgetauft: Der V8-Typ hörte fortan auf den Namen "Rhein", der Vierzylinder auf den Namen "Ruhr". Die bevölkerungsreichste Region Europas war Namensgeber für die im Wiederaufbau helfenden Lastwagen eines amerikanischen Konzerns.
Die Optik der Motorhaube mit dem markanten V-Ausschnitt blieb bis zur Modelpflege im Jahr 1951 erhalten.

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