alga-Nutzfahrzeugemuseum

 

Der Hanomag WD-Schlepper
Traktor auf Ackerland und Straßenband

Fahrzeugmarke: Hanomag Bohrung x Hub: 95 x 150 mm
Typ: WD Hubraum: 3.363 cm³
Spitze: 16 km/h Leistung: 28 PS
Hersteller: Hanomag Umdrehungen bei: 1.100 U/min
Baujahr: 1927 Länge: 3.200 mm
Gewicht: 1.950 kg Breite: 1.200 mm
Zyl.-Zahl: 4 Höhe: 1.650 mm
Zyl.-Anordnung: Reihe . .

 

Georg Egestorff gründete 1835 in Linden bei Hannover eine Eisen- und Maschinenfabrik. Dieses Unternehmen, welches 1846 seine erste Dampflokomotive baute und bald zu den größten Lokomotivfabriken auf deutschem Boden gehörte, wurde 1871 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und trug seitdem den Namen „Hannoversche Maschinenbau Aktiengesellschaft, vormals Georg Egestorff“. Unter dem Akronym Hanomag gelangte die Firma zu Weltruhm. 1912 begann bei der Hanomag das Zeitalter des Landmaschinenbaus: Ein Motorpflug nach dem System Wendeler-Dohrn erschien auf den Äckern der Erde. Schließlich stieg Hanomag 1924 mit dem WD-Radschlepper vom Typ RD 26 in den noch jungen Markt der Motorschlepper ein. Das neue Produkt war so erfolgversprechend, dass es 1924 auf der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaft Gesellschaft mit einem Preis ausgezeichnet wurde.
Die Rationalisierung der Landwirtschaft hatte zu diesem Zeitpunkt einen weiteren Höhepunkt erreicht. Nachdem zunächst der Dampfpflug die tierische Antriebskraft auf den Ländereien der Großgrundbesitzer vor allem in Pommern ersetzte, wurde die Dampfkraft bald durch Verbrennungsmotoren ersetzt. Kleinere Betriebe konnten die Investitionen für solche spezielle Geräte oftmals nicht aufbringen und kleinere Antriebsmaschinen waren gefragt.
Der Radschlepper war noch vielseitiger einsetzbar, er konnte zum Transport vor die Karren gespannt werden und auf dem Acker die bodenbearbeitenden Geräte ziehen.
Der WD-Radschlepper vom Typ RD 28 war der Nachfolger des nur von 1924 bis 1925 gebauten RD 26. Sein Vierzylinder-Viertaktmotor konnte wahlweise mit dem günstigen Petroleum oder mit Benzol betrieben werden. Beim Betrieb mit Petroleum leistete der Motor 28 PS, füllte man das oktanreichere Benzol in den Tank, so stieg seine Leistung auf 32 PS. Der in einem Block gegossene Motor hatte einen Hubraum von 4,25 Litern, das gesamte Gefährt brachte ein Gewicht von 2,6 Tonnen auf die Räder. Das WD in der Typenbezeichnung für Wendeler-Dohrn wurde bis zum Ende seiner Produktion 1932 weitergeführt.
Charakteristisch für die Bauweise des Schleppers war die rahmenlose Ausführung. Motor und Getriebe mit Achsantrieb waren miteinander verblockt und bildeten ein stabiles Rückrat.
Die Radschlepper konnten auch für einen weiteren Einsatzzweck benutzt werden: Dem Transport von schweren Anhängelasten im innerörtlichen Bereich. Als Zugmaschine für den Fuhrmann, der Kohle und Sand bislang mit Pferdefuhrwerken durch die Straßen bewegte, leistete er hervorragende Dienste.
Hanomag reagierte auf die unterschiedlichen Anforderungsprofile und konnte seine „Universalmaschine für alle Zwecke“ wahlweise in zwei verschiedenen Ausführungen liefern. Für den Einsatz in der Landwirtschaft gedacht war die Ausführung mit Stahlrädern. Die Räder besaßen gepfeilte Stahlarmierungen, die zur besseren Kraftübertragung auf dem lockeren Erdreich notwendig waren.
Die Straßenausführung besaß, dem damaligen Stand der Technik folgend, Vollgummireifen, die die Straßen schonten. Die wenigen ausgebauten Straßen bestanden aus Pflastersteinen, der Großteil der Straßen vor allem im ländlichen Raum hatte lediglich eine verdichtete Schotteroberfläche.
Zugmaschinen für den Straßentransport hatten in den 1920er und 1930er Jahren ihren Höhepunkt, um danach vom Lastwagen abgelöst zu werden. In der Landwirtschaft sind Schlepper nach wie vor durch nichts zu ersetzen.

Fenster schliessen